Fahrt nach Odense
29.5. -31.5.2026

Odense & Schloss Egeskov

Eine feine, fast schon märchenhafte Gruppenfahrt

des GEW-Kreisverbandes

Ein Reisebericht von Volker Spönemann

 Tag 1 — Anreise und Abendessen

Unser Bus, beladen mit Koffern, Reiseutensilien, 37 Pensionärinnen und Pensionären und viel Vorfreude, setzte sich am 29. Mai bei bestem Wetter pünktlich um 14.00 Uhr auf den Malzmüllerwiesen Itzehoe in Bewegung. 

Eine ruhige Fahrt führte uns die jedem Norddeutschen bekannte Strecke Richtung Dänemark über Flensburg und Kolding in die Metropole Fünens, nach Odense. Mit einiger Befriedigung konnten wir feststellen, dass wir mit der Auswahl unseres Reiseziels wieder einmal die zwei Stunden Freitagsstau am Elbtunnel vermeiden konnten.

Nach dem Einchecken im Hotel Odeon versammelte sich die Gruppe im Restaurant des Hotels zum gemeinsamen Abendessen. Das Küchenteam servierte ein delikates Menü, das ein breites Geschmackserlebnis bot und Anlass zu mancher positiver Bemerkung bis hin zu großem Lob gab. 

Der weitere Abend gab denjenigen, die von der Reise und dem ausgiebigen Essgenuss noch nicht erschöpft waren, noch Gelegenheit für erste Erkundungen der Odenser Innenstadt.

Tag 2 – Andersen-Museum und Stadtführung

Der Vormittag gehörte der Erkundung von Odenses größter Attraktion, dem Künstler und Dichter Hans Christian Andersen. Das ihm gewidmete Museum besuchten wir ab 10 Uhr des 30. Mai.  

Der Bau ist bewusst kompakt und klar gegliedert. Unterschiedliche räumliche Volumen sind so aneinandergereiht, dass sie einzelne Kapitel von Andersens Leben und Werk thematisch fassen, dies erzeugt eine Folge von „Szenenräumen“, die den Besucher räumlich durch Biografie und Märchen führen. Fassadengliederung und Dachformen bleiben zurückhaltend, sodass das Museumsinnere im Fokus steht.

Helle, langlebige Materialien (ruhiger Beton, helles Holz, großflächiges Glas) schaffen eine neutrale, zugleich warme Bühne für Exponate. Tageslicht wird gezielt dosiert: großflächige Fenster in Aufenthaltsbereichen bieten Ausblicke und Orientierung, Ausstellungsräume sind hingegen so ausgelegt, dass sensibles Licht die Originalmanuskripte schont. Indirekte Beleuchtung und Lichtinseln betonen Vitrinen und szenische Installationen.

Die Raumfolge ist inszeniert, mit fließenden Übergängen zwischen informativen Textzonen, multimedialen Stationen und räumlichen Nachbildungen von Märchenszenen. Unterschiedliche Raumhöhen und -proportionen modulieren die Wahrnehmung — enge, intim wirkende Räume schaffen Nähe zu Handschriften; größere, hohe Räume öffnen das Erleben großer Erzählungen.

Die Ausstellung ist insgesamt liebevoll gestaltet und verbindet Biografisches mit den Märchen: Originalhandschriften, Illustrationen und multimediale Inszenierungen machten deutlich, wie Alltägliches und Fantasie in Andersens Werk verschmolzen. Besonders eindrücklich sind die detailreichen Nachbildungen von Szenen aus „Die kleine Meerjungfrau“ und „Das hässliche Entlein“ sowie den Bereich, der Andersens Reisen und seine Inspirationen zeigte. Eine reiche Phantasiewelt entfaltet sich besonders in der unteren Ebene des architektonisch und konzeptionell herausragend gestalteten Baues.

Der zweite Programmpunkt des Tages, der Stadtrundgang, begann mit einem Treffen um 15.00 Uhr vor dem Hotel wo uns unser Stadtführer Stig Laegdsgaard pünktlich empfing. Nach einer kurzen Vorstellung führte er uns in eineinhalb Stunden im großen Bogen durch Teile der (teilweise rekonstruierten) Altstadt und später Teile des Flussufers.

Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäuser und kleine Gassen schaffen ein charmantes, gut erhaltenes Stadtbild, wobei Herr Laedsgaard an einigen Punkten die Führung durch kleine Anekdoten humorvoll aufzulockern wusste.

Der Dom von Odense (Sankt Knuds Dom), dessen schlichte, gotische Architektur und ruhige Innenräume ein Höhepunkt einer jeden Stadtführung sein sollte, war leider wegen eines Besuchs des Königs geschlossen. 

Am Ufer der Odense Å entlang führt ein grüner Promenadenweg mit Sitzbänken und Cafés, wobei unser Weg ostwärts unter der Albanigade hindurch zum früheren Waschplatz der Mutter des H.C.Andersen führte. Durch Teile der wunderschön restaurierten Altstadt ging es zurück Richtung Hotel.

Der Abend gestaltete sich für einige Teilnehmende recht interkulturell und eher rustikal. „Storms Pakhus ist ein Ort für besondere, kulturelle und einzigartige Erlebnisse auf Fünen. Der Hintergedanke war, einen Rahmen für unabhängige Köche zu schaffen, die, auf der Grundlage fünischer gastronomischer Traditionen, moderne kulinarische Erlebnisse zu kreieren.“ Dieses Zitat findet man im Internetauftritt der Touristik Odense. So ging die Essensauswahl von mexikanischen zu griechischen, vietnamesischen, italienischen und vielen anderen Essenständen. Die Reihe ließe sich durch 24 Länder weiterführen und überforderte einige von uns ebenso wie der enorme Lärm aus lauter Unterhaltung und lauter Musik und Biertischumgebung. Dennoch wurden alle, die ausharrten satt. 

Zum Abschluss des Tages trafen sich viele ReiseteilnehmerInnen in der großzügigen Brasserie unseres Hotel zu einem kleinen Umtrunk.

Tag 3- Schloss Egeskov 

Der dritte Tag führte uns zum Schloss Egeskov, etwa 45 Autominuten südwestlich von Odense. Die Anfahrt durch sanfte dänische Landschaften mit Feldern und Wäldern war angenehm und zügig.

Egeskov ist ein Wasserschloss auf einer kleinen Insel, umgeben von breiten Gräben und weitläufigen Gärten. Der erste Eindruck ist märchenhaft: Zinnen, Türmchen und die Spiegelung im Wasser vermitteln eine fast zeitlose Ruhe. Das Schloss selbst bietet historisch eingerichtete Räume, die Einblicke in die Lebensweise verschiedenster Epochen geben — Möbel, Porzellan und Kunsthandwerk sind sehenswert aufgebaut. Besonders interessant war die Darstellung der Schlossgeschichte und der Erhaltungsarbeiten.

Die Gärten von Egeskov gehören zu den Höhepunkten: thematisch gestaltete Bereiche, alte Bäume, Rosengärten und kleine Labyrinthe laden zum Verweilen ein. Es gibt auch Museumsbereiche mit Oldtimern und Handwerks-Exponaten, die handwerkliche Traditionen und technische Entwicklungen zeigen. Ich nahm mir Zeit für einen Rundgang entlang der Promenaden, setzte mich am Wasser und genoss die friedliche Landschaft.

Auch an diesem Ort half uns unser Reiseführer Herr Laedsgaard einen tieferen Einblick in die vielfältigen Besonderheiten zu gewinnen und mit besonderen ortsbezogenen Geschichten zu verbinden.

Um 16.00 Uhr starteten wir zur Rückreise, wobei wir wegen eines kleinen Umwegs auf Fünen leicht verspätet kurz nach 20.00 Uhr wieder in Itzehoe ankamen.


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